REGIONALVERBAND JURA

Rettungshunde

Die Helfer mit der kalten Schnauze

Seit nunmehr 14 Jahren bildet der ASB Jura einsatzfähige Rettungshundeteams aus und unterstützt Behörden und Organisationen kompetent bei der Suche nach vermissten Personen.

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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann informierte sich bei einem Blaulichtempfang in Weiden über die Arbeit der Rettungshundestaffel des ASB Jura. © Schwepfinger

In der Ausbildung und beim Einsatz wird grundsätzlich unterschieden zwischen den Flächensuchhunden und den Spezialisten unter den Suchhunden, den Mantrailern. Flächensuchhunde lernen in einem Zeitraum von circa zwei Jahren ein Suchgebiet von mindestens 30.000 qm Wald- und Wiesenflächen innerhalb von 20 Minuten eigenständig nach menschlichem Geruch abzusuchen. Dabei wird ihnen ein Revierschema antrainiert, dass es im Realeinsatz möglich macht,  mehrere Suchteams zeitgleich suchen zu lassen. Eine schnelle Variante großflächige Suchgebiete grob nach beispielsweise vermissten Pilze-suchern oder Wanderern abzusuchen.

Mantrailer sind Individualgeruchsucher, die überwiegend in und um bewohnte Gebiete eingesetzt werden. Sie erhalten eine Geruchsprobe von der gesuchten Person, beispielsweise in Form eines körpernah getragenen Kleidungstücks,  als Referenzgeruch. Da der Individualgeruch eines jeden Menschen so einzigartig ist wie sein Fingerabdruck, ist es für einen Mantrailer ein Leichtes, diese Geruchsspur auch noch nach Stunden zu verfolgen und diesen einen Geruch aus einem ganzen Pool von Gerüchen herauszufiltern.

Jedoch ist die Geruchsqualität und -quantität von vielen äußeren Einflüssen, z.B. Wind oder Sonneneinwirkung abhängig, was die Suche für die Hundenase erheblich erschweren kann. Deshalb lernt der Hundeführer im Laufe der Ausbildung die Wirkung von Witterungseinflüssen auf die Geruchsqualität zu beurteilen und die Körpersprache seines Hundes genau zu lesen.  Damit kann er erkennen, ob sein Hund die Geruchsspur aufgenommen hat und verfolgt oder ob die Spur abreißt. Das kann vorkommen, wenn eine vermisste Person in einen Bus steigt und die Geruchsspur an der Bushaltestelle abrupt endet.

Über die Eignung als Rettungshund  entscheiden unter anderem die Riechfähigkeit, das Sozialverhalten und der Spieltrieb des Hundes, der idealerweise schon mit 6 Monaten in die Ausbildung kommt. Ein Mantrailer sollte darüber hinaus eine ausgeprägte Spurtreue mitbringen. Diese Voraussetzung erfüllen vor allem einige Jagdhunderassen. Ausgeschlossen sind Kampfhunderassen und Hunde, die im Schutzdienst eingesetzt wurden.

Auch Interessierte ohne Hund können sich gerne in der Ausbildung und im Einsatz als Helfer engagieren. Die Hundeführer/innen und Helfe/innen durchlaufen innerhalb von zwei Jahren  eine fundierte Ausbildung  im Umgang mit Karte und Kompass, BOS-Funk, Einsatztaktik und -sicherheit sowie in umfassender Erster Hilfe (SHL-Lehrgang mit 48 Unterrichtseinheiten). Sie müssen team- und kritikfähig sein. Nach bestandener Prüfung besteht die Verpflichtung zur regelmäßigen Teilnahme an Einsätzen, denn Rettungshundearbeit ist keine Beschäftigungstherapie für gelangweilte Zwei- und Vierbeiner - hier geht es um Menschenleben!

Das Training findet jedes Wochenende und bei jedem Wetter abwechselnd samstags und sonntags in unterschiedlichen Trainingsgebieten statt. Zum Einsatz kommen nur nach GemPPO geprüfte Rettungshundeteams. Die Prüfung muss alle 18 Monate wiederholt werden. Die Alarmierung erfolgt ausschließlich über die Rettungsleitstelle Nürnberg.