REGIONALVERBAND JURA

Notfallrettung

49 Retter sorgen für Sicherheit

Der ASB Jura ist seit seinen Anfängen im Jahr 1972 im Rettungsdienst aktiv. Derzeit sind in den beiden Rettungswachen Auerbach und Velden 13 hauptamtliche und 30 ehrenamtliche Mitarbeiter aktiv, die jährlich im Schnitt zu rund 1600 Einsätzen ausrücken müssen.

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Kurt Kümmerle arbeitet bereits seit 1990 für den ASB Jura. © M. Grübel

Den Helfern stehen dafür ein Krankenwagen, zwei reguläre Rettungswagen sowie für Spitzenzeiten ein weiterer vereinseigener Rettungswagen zur Verfügung. „Unsere Fahrzeuge sind DIN-zertifiziert und über Norm ausgerüstet“, sagt Rettungsdienstleiter Andreas Krämer. So verfüge man zum Beispiel über einen Raupenstuhl, um die Patienten möglichst schonend transportieren zu können. 

„In unserer Gegend toben sich natürlich viele Freizeitsportler aus“, so Krämer. „Klettern, Wandern oder Radfahren können gefährliche Hobbys sein. Bei einem Sturz droht ein verstauchter Knöchel oder ein Oberschenkelhalsbruch.“ Als Rettungsdienst werde man zudem häufig zu Motorradunfällen gerufen – dann nämlich, wenn wieder mal ein Fahrer die Kurven im Pegnitztal unterschätzt hat und im Graben gelandet ist.  

 

Schnellere Infusionen im ASB-Rettungswagen

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Mit einer Spende von 3.000 Euro ermöglicht der Lions-Club (LC) Amberg-Sulzbach die Anschaffung von sechs EZ-IQ-Systemen für die Rettungswagen von BRK und ASB. Auf unserem Bild vorne von links LC-Schatzmeister Hans Fürnkäs, der stellvertretende Leiter des BRK-Rettungsdienst, Erwin Gräml, Lions-Präsident Josef Prüll, der Vorsitzende des Lions-Hilfswerks Amberg-Sulzbach, Dr. Stefan Huber, und Florian Karger von der Rettungswache Auerbach des ASB-Regionalverbands Jura. Dahinter der stellvertretende Amberger BRK-Wachleiter Florian Himmelhuber und BRK-Kreisgeschäftsführer Björn Heinrich. Bild: Uschald

 

Auerbach / Amberg: (usc) Mit einer Spende des Lions-Clubs Amberg-Sulzbach über 3.000 Euro wird das Rote Kreuz Amberg-Sulzbach fünf EZ-IQ-Systeme für seine Rettungsfahrzeuge anschaffen. Ein weiteres Exemplar kommt künftig in einem Wagen des Arbeiter-Samariter-Bunds in Auerbach zum Einsatz. Mit dem in den USA entwickelten System können Sanitäter in äußerst dringlichen Notfällen, hauptsächlich bei Kindern, sehr schnell einen Zugang für lebenswichtige Infusionen etablieren.

 

In manchen notfallmedizinischen Situationen ist es für einen Patienten lebensnotwendig, Medikamente ohne Zeitverzögerung zu erhalten. Standardmäßig wird hierzu ein Venenzugang angelegt. Bei Schock, Herzstillstand, schweren Verletzungen, Bewusstlosigkeit und bei kleinen Kindern ist dies zum Teil unmöglich. Auch sehr geübten, langjährig erfahrenen Notärzten ist es nicht immer möglich bei diesen Patienten einen solchen Venenzugang zu legen.

 

Bislang war in Krankenhäusern ein zentraler Venenkatheter die Alternative zum fehlgeschlagenen Venenzugang. Dies dauert jedoch länger, birgt ein höheres Komplikationsrisiko und ist in der Notfallmedizin nur sehr seltenen Situationen vorbehalten. Aus diesem Grund haben viele Mediziner nach anderen Möglichkeiten der Medikamentengabe gesucht. Es ist seit mehreren Jahrzehnten bekannt, dass Infusionen- und Medikamentengaben in das Knochenmark (intraossär/i.o.) genauso erfolgreich durchgeführt werden können. Bisher waren nur manuelle Systeme auf den Rettungswägen, die aufgrund der langsameren und der dadurch etwas schmerzhafteren Prozedur nur wenig Anklang gefunden haben.

 

Seit wenigen Jahren existiert hierfür eine eigens entwickelte Bohrmaschine für Knochenzugänge. Verfolgt man die Entwicklung, hat sich dieses System als lebensrettend erwiesen. Die Handhabung ist recht einfach, Komplikationen sind extrem selten und dazu wenig lebensbedrohlich. Abgesehen davon, berichten Patienten durch die rasche Anlage von einer schmerzarmen Prozedur. 

 

Mit dem wartungsfreien Bohrer, dessen Batterien für 750 Anwendungen bzw. 10 Jahre Standby konzipiert ist, erhält man einen Gefäßzugang binnen weniger Sekunden. Die wirksame Flüssigkeits- und Medikamentenapplikation ist vergleichbar mit der Gabe über die Vene. Dieses System hat auch die volle Zustimmung der wichtigsten Fachgesellschaften für Reanimation und Notfallmedizin in Europa. In amerikanischen Kliniken sowie beim Militär gehört dieses Vorgehen inzwischen zum Standard.

 

Auch in Deutschland ist dieses System im Rettungsdienst schon etabliert, vor allem Hubschrauber-, Kindernotärzte und vor allem deren Patienten profitieren bereits hiervon. Im Landkreis und in der Stadt Amberg wird es bisher nur im Notarzteinsatzfahrzeug vorgehalten. Durch die Lions-Spende von fünf Geräten für das BRK und eines Systems für den ASB in Auerbach werden jetzt alle Rettungswagen in Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach ausgerüstet.